QRC

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2. QRC-Fachtag in Berlin 2017

Fachtagung-2017

Zweite QRC-Fachtagung in Berlin, diesmal unter dem Motto „Durchstarten bei Konflikten“ am 27.11.17

Am 27. November fand unter der Schirmherrschaft des QRC in Berlin zum zweiten Mal eine Fachtagung statt, diesmal zum Thema „Durchstarten bei Konflikten“. Waren beim ersten Mal dreißig Coaches dabei gewesen, sind dieses Mal schon 42 Coaches angereist. Der Erfolg der ersten Fachtagung 2016, damals zum Thema „Coachen in Teams und Gruppen“, hatte die beiden Hauptorganisatorinnen Karin Kiesele (Peergruppenleiterin Berlin/Brandenburg und Andrea Schlösser (Leiterin CCE Kommission QRC) zu einer zweiten Veranstaltung ermutigt und vielleicht gibt es ja nächstes Jahr eine dritte, dann ist es langsam eine Tradition. Der QRC-Fachtag wurde von der QRC-Regionalbeauftragte Frau Dr. Fritz eröffnet, die aus den Frühbuchern drei Gutscheine für eine kostenfreie Teilnahme an einem Treffen der Berliner Peer-Gruppe ausloste. Die Gewinner eines Gutscheines im Wert von jeweils 15 € sind Kerstin Obuch, Maria Piatrowski und Paul Weismann.

Verlosung

Eröffnung des QRC-Fachtages und Verlosung der kostenfreien Peergruppenteilnahme durch Regionalbeauftragte Dr. S. Fritz.*   

beide begrüßen

Begrüßung zum QRC-Fachtag durch A. Schlösser (links) und K.Kiesele (rechts) * 

Methodisch gab es sechs jeweils ca. einstündige Beiträge, die sich um das Thema Konflikte rankten. Den Anfang machte Frau Sandra Szaldowsky (NLP-Lehrtrainerin DVNLP und Kulturwissenschaftlerin M.A.). Sie startete zunächst mit einigen Axiomen zum NLP-Menschenbild (z.B. „Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht“), gab einen kurzen Überblick zum Vorgehen bei Konflikten und bot dann eine Livedemonstration für eine konkrete Konfliktklärung an. Am Beispiel einer selbstverständlich mit Fachwörtern operierenden Sachbearbeiterin und einer konkret nachhakenden Mitarbeiterin wurde deutlich, dass der Positionswechsel von der Ich-Perspektive in die Situation des anderen hinein Aha-Erlebnisse bringen kann. Die bewertungsfreie dritte Position und die relativierende Metaebene taten ihr Übriges zur Konfliktklärung.

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Szaldowsky (links) und eine Teilnehmerin am Fachtag bei der Live-Demonstration*

Im zweiten Beitrag provozierte Dr. Audris Muraitis  (Dipl-Soz.) mit seiner systemischen Sicht auf Konflikte schon von der Definition her. Nach Luhmann ist ein Konflikt eine „kommunizierter Widerspruch“, braucht also mindestens eine/n, die/der hörbar  „Nein“ sagt. Und die Ermutigung dazu ist ja auch Teil manchen Coachings. Das „Nein“ öffnet dann laut Muraitis „unendlich viele erfrischende Möglichkeiten des `was dann?`“. Widersprüche gehören zu Systemen und von daher ist der Wunsch nach Harmonie absurd. Das Ausbleiben von Konflikten ist ein Warnzeichen, Konflikte sorgen für den lebendigen Erhalt von Systemen.   

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Dr. A.Muraitis beim Beantworten einer Teilnehmerfrage*

Vor dem Mittag führte Andrea Schlösser (neben den QRC-Funktionen auch Mediatorin BM, Supervisorin DGSv und NLPMasterin) uns einige „Quick and shorties“ vor, eine Toolbox zum Thema Konflikte.  Die Kombination von Meditationsphasen und Eisbergmodell, das Problemdreieck mit Fischgrätenstützpfeilern, das dann umfällt, wenn selbige wegfallen und viele andere mehr boten Möglichkeiten zur Sortierung und Strukturierung von Coaching und Fallarbeit. Ganz nebenbei ließ Frau Schlösser ihre Erfahrungen einfließen, z.B. bei der Anwendung der Instrumente in Gruppen, bei der Konzentration auf selbst änderbare Maßnahmen oder bei der Wichtigkeit der genauen Analyse des Konfliktbodens. Auch zur Livedemonstration von Frau Szaldowsky stellte sie Bezüge her.

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A.Schlösser bei der Vorstellung eines Shorties*

Nach einem schmackhaften und gesunden Mittag führt Frau Karin Kiesele(Kommunikationswissenschaftlerin und neben der QRC-Tätigkeit auch NLP Practioner und Intervisorin QRC) ebenfalls eine Livedemonstration vor. Dafür hatte sie sich eine Klientin mitgebracht, die bereit war, ein persönlich wichtiges Konfliktthema mit ihrem Sohn öffentlich unter dem Methodenfokus „Musterdurchbrechung bei Konflikten“  anzugehen. Die Klientin erinnerte zunächst eine typische Situation in der Konfliktbeziehung, die sie, befragt als Expertin für ihre bisherige Vorgehensweise, sehr genau und plastisch beschrieb. Danach wurde dieses Muster des Vorgehens noch einmal durchgegangen und Alternativen des Handelns in das bestehende Muster eingewoben. „Was wäre noch möglich gewesen?“ „Könnten Sie sich auch vorstellen, dass Sie…gemacht hätten oder auch nicht?“ und andere Fragen dienten zur Musterdurchbrechung. Das neue Muster wurde dann in Bezug zur Realität und zur persönlichen Lust drauf hinterfragt

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Frau K. Kiesele beim Mitschreiben der Musterbeschreibung der Klientin*

Die nächste Referentin, Frau Lisa Hinrichsen (Juristin, Ausbilderin BM und Klärungshelferin) spann den Faden der Musterdurchbrechung weiter und machte dabei die Besonderheiten der Klärungshilfe deutlich. Diese von Christoph Thormann entwickelte Vorgehensweise ist nicht für jede Situation geeignet. Voraussetzung für eine sichere Anwendung ist eine mehrwöchige Ausbildung und viel Praxistraining. Die Methode verlangt von den Beteiligten Mut zur Wahrheit, braucht mindestens 2x 0,5 Tage, geht dann aber sehr viel tiefer ans Eingemachte. In den Sternstunden der Anwendung gelingt es, durch die verschiedenen Schichten bis zum weichen, gesunden, ganzheitlichen, in sich ruhenden Kern des Menschen (nach Samuel Widmer) vorzudringen und so nicht nur vergangene Konflikte zu heilen, sondern auch für den zukünftigen Umgang miteinander zu sensibilisieren. Dahin kommt man mithilfe des  Doppelns und der Tempoanpassung beider Parteien, durch den Keller der Vorerfahrungen, vorbei an den Wächtern der Konvention, des Trotzes, der Verwirrung und der Angst. 

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Chart von Frau Hinrichson* 

Zum Schluss gelang es Stefan Pinter (IT-ler, Psychodramatiker und Trainer), alle Anwesenden wieder in den Alltag zurückzuholen und zu erden. Er fragte zunächst die Vorerfahrungen mit dem Impro-Theater ab, demonstrierte dann am Gesprächsbeispiel einer Teilnehmerin (so geschehen während der morgendlichen U-Bahn-Fahrt) unter Verwendung von Stühlen den Rollenwechsel. Dann ließ er sich Assoziationen mit dem Wort „Konflikt“ nennen und diese bildlich darstellen. Schließlich übergaben alle in zweierpaaren einender ein Geschenk, versuchten zu führen, sich führen zu lassen und ähnliches. Alles Übungen, die wichtige Prinzipien des szenischen Coachings verdeutlichten wie bildlich denken, den anderen gut aussehen lassen, wohlwollend herangehen usw.

Ja, und zum Schluss hatten die Veranstalterinnen wieder ein langanhaltendes Geschenk für alle vorbereitet – eine Uhr mit der Aufschrift „Lebenszeit“. Möge diese uns gerade bei Konflikten daran erinnern, dass Konflikte zum Leben dazugehören und dass ein konstruktiver Umgang damit die Arbeits- und Lebenszeit bereichert. Wir freuen uns auf den 3. QRC-Fachtag 2018 in Berlin.

06.12.17, Dr. Sigrun Fritz

* Bilder von der Fotografin Carmen Jasmyn Hoffmann (www.cjhoffmann.de)

 

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